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Materialien IV
Entwicklung von Leitlinien für eine
ökologische Baumschulwirtschaft
1. Kurzfassung des Gesamtvorhabens
In einem Kooperationsvorhaben zwischen der
Universität Hannover Abteilung Baumschule, AGÖB (ArbeitsGemeinschaft Ökologische
Baumschulen) und Bioland sollten in Zusammenarbeit mit organisch-biologisch
wirtschaftenden Baumschulen für die Bereiche
Düngung Humuswirtschaft Fruchtfolge Bodenbearbeitung Bewässerung Qualität der
Gehölze
Leitlinien entwickelt werden, die eine Umsetzung der organisch-biologischen
Landbaumethoden in die Praxis der Baumschulbetriebe ermöglichen. In dem Vorhaben des
Kooperationspartners AGÖB/Bioland geht es dabei in erster Linie um die Qualität der
Gehölze bei unterschiedlicher Kulturführung.
Die zur Zeit vorhandenen Qualitätsnormen des BdB (Bund deutscher Baumschulen) beziehen
sich nur auf äußerliche Kriterien wie Höhe, Triebzahl, Stammdurchmesser. Solche
Kriterien sind als ein Rahmen, in dem sich die zu verkaufende Ware bewegen soll,
erforderlich, aber als ausschließliche Definition von Qualität nicht ausreichend. Eine
Beschränkung auf die BdB-Kriterien führt bei der Kulturführung dazu, die
Größenparameter durch übermäßige N-Düngung und Bewässerung einseitig zu fördern.
Die "innere" Qualität (z.B. Toleranz gegenüber Stressbedingungen wie
Trockenheit, Frost, Schaderreger) wird dabei mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in dem
gleichen Maß gefördert. Es treten aber bei hoher N-Düngung und Bewässerung
unerwünschte Umweltbeeinflussungen auf .
In dem beantragten Projekt sollen daher sowohl die "äußere" als auch die
"innere" Qualität erfaßt werden, ebenso die Folgen einer Kulturführung auf
die nachhaltige Entwicklung der Bodenfruchtbarkeit und andere Umweltfaktoren (Universität
Hannover).
Die Kriterien für die Bestimmung der Pflanzenqualität sollen entwickelt werden. Die
Bestimmung der Pflanzenqualität erfolgt in Versuchen, die in Praxisbaumschulbetrieben auf
unterschiedlichen Standorten in Deutschland mit unterschiedlicher Kulturführung angelegt
werden. Die ermittelten Ergebnisse sollen in eine Datenbank eingegeben werden und für
spätere Vergleiche von Gehölzqualitäten zur Verfügung stehen. Damit wird eine
Verknüpfung von Standorteigenschaften, Kulturführung und Gehölzqualität möglich.
2. Problematik, Stand des Wissens und eigene Vorarbeiten
Leitlinien sind eine Orientierungshilfe für
die Praxis. Mit ihrer Entwicklung sollen die Grundgedanken des ökologischen Landbaus in
realisierbare Formen gebracht werden, so daß die konkrete Praxis der Betriebe diese
Vorstellungen umsetzen kann. Im Kern lauten diese Grundgedanken:
- Nachhaltige Entwicklung der Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit als Basis für
vitale widerstandsfähige Pflanzen.
Damit werden gleichzeitig:
- die natürlichen Lebensgrundlagen gesichert und entwickelt,
- aktiver Natur- und Artenschutz betrieben,
- Umweltbelastungen vermieden und ein
- Beitrag geleistet zur Lösung der weltweiten Energie- und Rohstoffprobleme
(Bioland-Richtlinien, Fassung 29.4.1997)
Mit Leitlinien sind die konkret faßbaren Maßnahmen, Methoden und Kulturtechniken
gemeint, die diesen Zielen entsprechen, sie mit Leben füllen und letztlich umsetzen. Mit
den diversen existierenden und im Laufe des Projektes auch zu optimierenden Methoden der
schonenden Bodenbearbeitung, der Fruchtfolge, Düngung und Humuswirtschaft, dem
entsprechenden Saat- und Pflanzgut und Methoden der Beikrautregulierung und des
Pflanzenschutzes sollen diese Leitlinien gefüllt und beschrieben werden. Damit soll die
Entwicklung eines Standards für die ökologische Baumschulproduktion eingeleitet werden.
Anerkannt ökologische Baumschulproduktion ist im Bundesgebiet und entsprechend auch in
den ökologischen Landbauverbänden wie Bioland ein relativ junger Zweig. Erst im letzten
Jahrzehnt begann sich diese Sparte des ökologischen Landbaus in Pionierbetrieben zu
entwickeln.
Ein Erfahrungsaustausch zwischen den ökologisch kultivierenden Betrieben findet seit
1995 statt. Diskussionen um Leit- und Richtlinien entwickelten sich ebenfalls in den
letzten 3 Jahren. Gleichzeitig und parallel dazu entwickelte sich zunehmend ein
öffentliches Interesse und kritisches Problembewußtsein für die umweltrelevanten Folgen
der konventionellen Baumschulproduktion.
In Schleswig-Holstein, wo im Kreis Pinneberg das dichteste Baumschulgebiet Europas
liegt, wird seit etwa 1995 mit zunehmender Heftigkeit eine Diskussion über die Folgen der
konventionellen Baumschulproduktion geführt. Die Befürchtungen und Fragen kommen auch in
Zeitungsartikeln zum Ausdruck: "Wie gefährlich sind Baumschulen?" (Pinneberger
Zeitung, 28.9.1995), "Halstenbek in Angst vor der Katastrophe", "Wir saufen
Gift" (Pinneberger Zeitung, 15.1.1995), "Jetzt auch Giftrückstände in
Förderbrunnen" (Pinneberger Zeitung, 9.4.1997), "Gift im Wasser" (Die
Welt, 9.3.1998). Auch die Aktivitäten des BUND machen einen Handlungsbedarf für die
Baumschulwirtschaft deutlich, vgl. Veranstaltungsreihe BUND Schleswig-Holstein /
Gemeindewerke Halstenbek / Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft -
"Wasserschutz und Ökologische Baumschule" sowie BUND-Seminar "Ökologische
Baumschulwirtschaft - Möglichkeiten und Grenzen" und "Biozideinsatz im Kreis
Pinneberg", Landesamt für Natur und Umwelt, Schleswig-Holstein.
Auslöser für die Diskussionen war das Auffinden von Pflanzenschutzmitteln (u.a. 1.2
Dichlorpropan) in verschiedenen Brunnen im Kreis Pinneberg. Einzelne Brunnen erhielten
Ausnahmegenehmigungen, mehrere Brunnen mußten stillgelegt werden und einzelne Wasserwerke
wurden vorsorglich außer Betrieb genommen (Belastung des Trinkwassers im Kreis Pinneberg
mit Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln, Kreis Pinneberg; der
Landrat-Sachstandsbericht des Fachdienstes Umwelt, 1998).
Die Kosten der Wasserwerke haben sich stark erhöht. Die Investitionen von knapp 8 Mio
DM für eine Aktivkohlefilteranlage in Halstenbek verteuern jeden m³ sanierten Wassers um
0,30 DM. Die Bevölkerung ist höchst beunruhigt und die Naturschutzverbände sorgen sich
um die "Zeitbombe Pestizidablagerung".
Die Frage nach Verboten steht im Raum, wird konfliktträchtig diskutiert und verhärtet
die Fronten zwischen Naturschutz, Wasserwerken auf der einen und den Baumschulen auf der
anderen Seite. Immer häufiger wird daher nach Auswegen und Alternativen in diesem Bereich
gesucht. Der konventionelle Baumschulbereich sucht unter diesem Druck nach Veränderungen
durch Einführung der "integrierten" Produktion. Ein oft genannter Ansatz und
eine oft gestellte Forderung ist aber auch die Umstellung der Baumschulen auf den
ökologischen Landbau (vgl. Dokumentation zum Agenda 21 Workshop, Landesamt
Schleswig-Holstein).
Tatsächlich könnte die Umstellung den Beginn einer Konfliktlösungsstrategie
bedeuten. Allerdings sind selbst problembewußte oder interessierte Baumschulen häufig
skeptisch, sie befürchten vor allem Umsatzeinbuße oder Kulturzusammenbrüche. Durch
Aufklärung und mit Hilfe eindeutiger Untersuchungsergebnisse könnte es möglich sein,
ein Umdenken und eine andere Praxis einzuleiten.
In diesem Sinn soll das Projekt "Leitfaden" auch eine Art Machbarkeitsstudie
für ökologische Baumschulwirtschaft sein; ein Leitfaden: hilfreich für die Betriebe,
die interessiert sind, überzeugend für die beratenden Institutionen und beweiskräftig
für die Skeptiker. Es soll u.a. nachgewiesen werden:
-
daß es möglich ist, ohne löslichen Mineraldünger, ohne Bodenentseuchung und ohne
Pestizideinsatz, durch sorgfältige Fruchtfolge qualitativ hochwertige Gehölze im
üblichen Zeitrahmen der Kulturdauer heranzuziehen
Darüber hinaus gibt es vermutlich eine eigenständige ganzheitliche ökologische
Qualität der so erzeugten Gehölze, die genauer untersucht wird und deren Kriterien
definiert und diskutiert werden sollen (vgl. "innere" Qualität und Qualität
der Kulturführung).
Die bisher entwickelten Richtlinien für die ökologische Gehölzproduktion befinden
sich noch in den Kinderschuhen. Sie befassen sich im wesentlichen mit der Begrenzung von
Düngung, Flächenversiegelung und den eingesetzten Erden und Substraten (Torf maximal 50
%, bei Jungpflanzen 80 %), regeln Zukauf und den Umfang der Handelsware und weisen auf
wichtige allgemeine Elemente der Pflanzengesundheit und Beikrautregulierung hin. Insgesamt
handelt es sich um ein Regelwerk, in dem der Rahmen der ökologischen Gehölzproduktion
bestimmt wird. Die konkrete Umsetzung der Methoden des ökologischen Landbaus auf den
Bereich der Baumschulen fehlt. Spezifische Fragen wie Fruchtfolge, Stickstoffbedarf und
-Dynamik, Bodenfruchtbarkeit, Kriterien für Gehölzqualität und Kulturführung werden
nicht berührt. Sie gehören aber zu den Richtlinien, die nicht nur Vorschriften für die
reale Produktion darstellen, sondern vor allem Wegweiser sind: sie sollen "die
Anwendung der Landbaumethoden im Detail erklären, die Umstellung auf diese
Wirtschaftsweise beschreiben und die Überprüfung des so definierten Anbaus
ermöglichen" (Bioland-Richtlinien, Fassung 29.4.1997).
Die meisten der zur Zeit schon ökologisch wirtschaftenden Baumschulen sind in der
AGÖB (Arbeitsgemeinschaft Ökologische Baumschulen) vereinigt. Alle Baumschulen sind
zusätzlich Mitglied eines anerkannten Landbauverbandes (Bioland, Demeter, Naturland). Die
Arbeitsgemeinschaft begreift sich als übergeordnete Fachgruppe, als Fachbeirat für die
AGÖL (Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau) und deren Landbauverbände wie Bioland.
Dieses Verständnis wird von der AGÖL und den Landbauverbänden geteilt. Auch einzelne
konventionelle Baumschulen wurden zu Fördermitgliedern und wollen regelmäßig über die
Entwicklungen im ökologischen Bereich unterrichtet werden. Die Arbeitsgemeinschaft war
federführend an der Entwicklung der bisherigen Richtlinien beteiligt, ist
Ansprechpartnerin für die Landesämter, die Naturschutzverbände, in allen Fragen der
ökologischen Gehölzproduktion und pflegt Kontakte zu vergleichbaren Organisationen in
den Nachbarländern.
Das Projekt "Leitfaden" könnte wichtige Vorarbeiten leisten und
praxisrelevante Voraussetzungen liefern für
-
die Umstellung auf ökologische Produktion
-
die jährliche Betriebskontrolle nach EU-VO
-
die praktische Arbeit in den Betrieben
-
die Weiterentwicklung der Richtlinien der Landbauverbände
-
die Verallgemeinerung dieser konkreten Richtlinien in den Rahmenrichtlinien der AGÖL
-
und kann damit über die Zusammenarbeit mit den Landesämtern und -anstalten hinaus
grundlegende Ideen für die zukünftige EU-Verordnung liefern.
Für die ökologischen Baumschulbetriebe, die an den Untersuchungen und Versuchen in
diesem Projekt beteiligt sind, bedeutet das eine Überprüfung der vorhandenen
Kulturführung, Anstoß zur Diskussion und Weiterentwicklung der eigenen Methoden, eine
Grundlage für die eigene Standortbestimmung.
Die bisherigen Techniken ergaben sich im wesentlichen nur aus der Erfahrung, den
Anschauungen und Einsichten der Betriebspraktiker und zum Teil aus den Traditionen der
Baumschulproduktion, bevor der verstärkte Einsatz von Mineraldüngern, Pestiziden,
Bodenentseuchungsmitteln einsetzte. Sie sind bisher aber nicht in der Gesamtheit
wissenschaftlich begleitet und geprüft worden. Ein erster Schritt könnte mit diesem
Projekt getan werden.
3. Zielsetzung
3.1 Bestandsaufnahme und Bewertung
In dem Projekt geht es zunächst um eine
Bestandsaufnahme der Methoden und Kulturtechniken in der ökologischen Baumschulwirtschaft
und um die mit diesen Methoden erreichbare Qualität der Gehölze.
Bei der Qualität der Gehölze sind zwei Bereiche zu unterscheiden:
-
Äußere Qualität, die äußerlich beschreibbaren Merkmale, wie Größe, Umfang,
Garnierung, Wurzelmasse.
-
Innere Qualität (Vitalität und Belastbarkeit), die die Anpassungs- und
Widerstandsfähigkeit der Gehölze gegen Belastungen beschreibt und ihre Trockenheits-,
Frost- und Krankheitsresistenz berücksichtigt.
3.2 Optimierung einer umweltverträglichen Kulturführung bei
Erzielung guter Pflanzenqualität
Die Qualität der Kulturführung (Kulturführung als definiertes Bündel von
Maßnahmen) beschreibt aber immer auch die Produktion und deren Folgen. Die tatsächlichen
Folgekosten, bei Minimierung von Stickstoffverlusten oder Nichteinsatz von Pestiziden,
sowie die nachhaltige Entwicklung des Bodens und seiner Fruchtbarkeit gehören ebenso dazu
wie die unter diesen Umständen erzeugte Qualität der Pflanze, d.h. mit Qualität ist
immer ein doppelter Begriff gemeint.
Die konkrete Praxis der Betriebe war immer Ausgangspunkt für die Entwicklung der Leit-
und Richtlinien. Die existierenden Landbaumethoden sollen beschrieben, bewertet, auf die
Zielverträglichkeit überprüft und im Laufe des Projektes mit den beteiligten Betrieben
auch weiterentwickelt werden.
Die Untersuchung umfaßt folgende Faktoren und Bereiche:
-
Boden: Fruchtfolge, Grundbodenbearbeitung, Düngung, Humuswirtschaft, Bewässerung
-
Kulturführung: die Art und Weise der Pflanzungsmethoden, die Reihenabstände (Licht und
Luft), Rückschnitt, bei der Pflege: die Art der Beikrautregulierung, z.B. mit
Untersaaten, Mulch, Zwischensaaten, ferner Pflanzenschutzmaßnahmen.
-
Ernte- und Nacherntebehandlung: das Roden, die Aufbewahrung und der Transport.
3.3 Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis
Ein wichtiges Ziel des Projektes ist die
Veröffentlichung und breite Diskussion der Ergebnisse der Untersuchung. Bioland
veranstaltet einen Workshop, auf dem das Projekt und seine Bedeutung, die Ergebnisse der
Untersuchung und deren Schlußfolgerungen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und
diskutiert werden. Am Ende des Projektes wird dann ein schriftlicher Leitfaden in Buchform
verfaßt.
Die Veranstaltung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit. Das Spektrum
reicht von der Wissenschaft über Naturschutzverbände, staatliche und halböffentliche
Institutionen bis zu den Praktikern. Eingeladen werden die konventionelle
Baumschulwirtschaft, ihre Beraterorgane und Organisationen, die Universitäten und
Fachhochschulen, die Sektion Baumschule der Deutschen Gartenbauwissenschaftliche
Gesellschaft, die zuständigen Landesämter und Landesanstalten, die Wasserwirtschaft
(Wasserwerke) und die Naturschutzverbände.
4. Lösungskonzept
Die Kriterien zur Bestimmung der
Pflanzenqualitäten werden zunächst durch eine kurze Beschreibung der
Kulturführung angegeben. Daraus gehen die Art der Vermehrung, die Herkunft, die
Kulturdauer und die Verpflanzhäufigkeit bzw. der Rückschnitt hervor.
Mit der Beschreibung und Analyse der Entwicklungsgeschichte der Gehölze wird dann in
einem zweiten Schritt untersucht, wie über eine äußerliche Bestimmung -
Wurzelwerk, Triebhöhe und -anzahl , das Verhältnis zwischen oberirdischen und
unterirdischen Teilen, u.U. auch Abstand der Internodien - Rückschlüsse auf die
innere Qualität gezogen werden können. In einer Voruntersuchung im Rahmen einer im
April 1998 begonnenen Diplomarbeit in der Abteilung Baumschule der Universität Hannover
werden die Kriterien für die Qualitätsbestimmung entwickelt und als vorläufige
Parameter für das Projekt festgehalten.
Rückschlüsse auf die innere Qualität sollen außerdem durch Auspflanzen der
Gehölze auf Extremstandorte mit bestimmten Streßfaktoren, z.B. Trockenheit, hoher
pH-Wert, Schwermetalle sowie zusätzlich durch Umpflanzen in Container und definiertes
Einstellen verschiedener Stressfaktoren gezogen werden. Diese ausgepflanzten bzw.
umgepflanzten Gehölze werden dann in ihrem Wachstum mit den unter optimalen
Kulturbedingungen weiter kultivierten Gehölzen verglichen.
Nach dieser Bestandsaufnahme und Beschreibung der Kulturtechniken werden ausgewählte
Sämlingskulturen und ihre Weiterkultur in verschiedenen Betrieben begleitet und ihr
Ergebnis im Lichte gleicher und unterschiedlicher definierter Kulturverfahren untersucht.
Die Hauptfragestellungen sollen im Rahmen der Versuchsanordnung geklärt werden. Es
gibt 6 Versuchsstandorte. Standort 1 (Gärtnerhof Badenstedt) liegt in der Norddeutschen
Tiefebene, der Boden ist ein Sandboden mit hohen Humusgehalten. Standort 2 (Baumschulen
C.Appel) liegt im Oberrheingraben, der Boden ist ein Sandboden mit geringen Humusgehalten
. Standort 3 (Darmstädter Forstbaumschulen) liegt im der Oberrheingraben, der Boden ist
ein Sandboden mit ebenfalls geringen Humusgehalten. Standort 4 (A.Pöhler) liegt in der
Norddeutschen Tiefebene, der Boden ist ein anlehmiger Sandboden. Standort 5 (Pflanzlust)
liegt im Hessischen Mittelgebirge, der Boden ist ein Lehmboden. Vorgesehen sind 5
Pflanzvarianten:
-
Variante S: Aussaat, Beetkultur. 1xv
-
Variante A: Pflanzung, Beetkultur, 1xv
-
Varianten B1-B4: Pflanzung, Reihen/Beetkultur, 1xv mit unterschiedlichen Abständen Vgl.
Versuchsanordnung)
-
Variante C: Pflanzung, Reihenkultur, 2xv
-
Variante D: Extremstandort
Die Variante A für die Standorte 1 - 4 geplant. Damit ist die Vergleichbarkeit der
Standorte untereinander gewährleistet. Außerdem kann durch den Vergleich der
Hauptvarianten der Einfluß der klimatischen Verhältnisse bei ähnlichen
Bodenverhältnissen bestimmt werden. Dazu werden zusätzlich an den Standorten 1 + 2 + 3
identische Kulturtechniken eingesetzt. Standort 4 kann zusätzlich über spezifische
abweichende Kulturtechniken wie Handpflanzung, -rodung weitere Erkenntnisse liefern.
Standort 5 führt die A-Variante nicht, weil hier die technische Ausrüstung fehlt.
Indirekte Vergleichsergebnisse zwischen den unterschiedlichen B1-4 Varianten sind über
die Hauptvariante bestimmbar. Die Abweichung auf Standort 4 (Handpflanzung, andere
mechanische Krautregulierung) ermöglicht, den Einfluß anderer Kulturtechniken zu
klären. Weitere Fragen wie in 4.2 angeschnitten können durch direkten Vergleich an den
Einzelstandorten zwischen A-B-C Varianten beantwortet werden oder können über den
indirekten Vergleich der B-Varianten mit deren diversen Veränderungen der Pflanzweiten
oder Zwischensaaten und Mulch etc. geklärt werden (vgl. hier Aussagen unter den
Einzelvarianten, die auf die Hauptfragen weisen, die mit der jeweiligen Variante
bearbeitet wird). Die Vergleichbarkeit zwischen Sand- und Lehmboden ist durch die Variante
B1 an Standort 1 + 5 und die Variante B4 an Standort 4 + 5 gewährleistet. Die
Wiederholungen dienen der Überprüfbarkeit der Ergebnisse und können im Laufe des
Projektes neuaufgeworfene oder offengebliebene Fragen klären.
Die C-Variante liefert Ergebnisse über die Qualitätsunterschiede zwischen
verpflanzten und tatsächlich 2mal verpflanzten Gehölzen ( vgl. Veränderung der
FLL-Bestimmungen, nach denen neuerdings ein verpflanzter Strauch nicht unbedingt 2mal
verpflanzt sein muß) Außerdem dient sie dem Vergleich mit der Variante D
(Extrempflanzung). Standort 4 führt diese Variante nicht, da es sich um einen
Sämlingsbetrieb handelt.
Die Pflanzung eines Teils der Gehölze auf Extremstandorte (Variante D) erfüllt den
Zweck, daß der Unterschied zwischen unter optimalen Kulturbedingungen und unter extremen
Bedingungen wachsenden Sträuchern untersucht werden kann. Es wird untersucht, wie sich
ökologisch produzierte Gehölze unter Stressbedingungen verhalten und entwickeln. Hier
können auch Fragen nach dem Einfluß der Art der Lagerung zwischen Roden und Auslieferung
und des Transportes angesprochen werden.
Begleitend soll eine PC gestützte Aufnahme, Beschreibung und Dokumentation von
jeweiligen Kulturtechniken, Einsatz, Dauer, Häufigkeit der jeweiligen Maßnahmen
durchgeführt werden. Diese Daten ermöglichen dann auch verschiedene Korrelationen
zwischen Pflanzung, Pflege und der Qualität der gerodeten Pflanzen. Die von der Abteilung
Baumschule der Universität Hannover durchgeführten Pflanzen- und Bodenanalysen werden
ebenfalls in diese Datenbank eingegeben. Die dann möglichen Korrelationen zwischen
Kulturmaßnahmen, Pflanzenqualität und Nährstoffgehalten in den Pflanzen stellen den
Anfang einer noch weiter auszubauenden Bewertungsgrundlage für den Nährstoffstatus von
Gehölzen und eventuell erforderliche Düngungsmaßnahmen dar.
Das Lösungskonzept für den Bereich Boden enthält verschiedene
Analysedimensionen. Untersucht werden parallel aus verschiedenen Blickwinkeln:
-
Humuswirtschaft
-
Bodenbearbeitung
-
Fruchtfolge
-
Düngung (N-Bilanz)
-
Bewässerung
Gerade die Berücksichtigung mehrerer Aspekte des komplexen Zusammenhangs
nachhaltige Ertragsfähigkeit des Bodens ökologische
Baumschulwirtschaft ermöglicht die Formulierung von Leitlinien für den Bereich
Boden
Träger der Forschungsprojektes
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Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. Kaiserstraße 18 55116 Mainz
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Bohne, Heike, Prof. Dr.
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Universität Hannover, Institut für Zierpflanzenbau, Baumschule und Pflanzenzüchtung.
Abtlg. Baumschule Am Steinberg 3 31157 Sarstedt - Tel. 05066/826112
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Gärtnerhof Badenstedt (GB), Bioland
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Baumschule Conrad Appel (CA), Bioland
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Darmstädter Forstbaumschulen (DF), Demeter
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Aloys Pöhler Emstek (AP), Bioland
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Pflanzlust Wolfhagen (HN), Bioland
Mit freundlicher Unterstützung der DBU
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