Ökologische Abteilungen in Fachgartencentern

Als erste Gartencenter im Bundesgebiet bieten das Gartenzentrum Unna im Ruhrgebiet und Scharrel's Grünes Zentrum Heist im Kreis Pinneberg die neuen Fachabteilungen „Biologischer Anbau“. Bisher konnten sich die Verbraucher im Ruhrgebiet oder im Nordraum Hamburgs solche Pflanzen nur per Post zusenden lassen, oder mussten weite Wege in Kauf nehmen. Nun gibt es biologisch kultivierte Obstbäume,  Beerenobststräucher und Kräuter auch vor Ort. Alle Kunden können sich in Ruhe – und vor allem mit fachkundiger Beratung – ihre Obstsorte und ihren Baum aussuchen und gleich mitnehmen.

 

Damit ist gleichzeitig der Startschuss für einen ambitionierten Feldversuch verbunden. Beide Garteczenter sind Pilotprojekte für eine „Machbarkeitsstudie über den Einsatz und die Vermarktungschancen von ökologischen Gartenbauprodukten in Fachgartencentern“. Diese länderübergreifende Studie, an der sich neben der CMA auch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligen, begleitet die beiden Gartencenter im Laufe des Jahres und prüft, ob es möglich ist, ausgesuchte, ökologisch kultivierte Gartenbauprodukte über den Multiplikator Fachgartencenter bundesweit am Markt zu etablieren. Sie untersucht den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz der angebotenen Erzeugnisse und analysiert ihr Marktpotential. An Aktionstagen in lockerer Folge im Frühjahr und Herbst werden neben dem Grundsortiment weitere Produkte aus ökologischem Gartenbau, wie Heckenpflanzen, Rosen, Stauden, Beet- und Balkonpflanzen, aber auch Gemüsejungpflanzen angeboten und getestet.  Sie können sich selbst an dieser Studie mit der  Beantwortung einer Umfrage beteiligen und das Ergebnis anschauen.

Pflanzenherkunft

Im Bundesgebiet gibt es ca. 130 Gartenbaubetriebe, die nach den Richtlinien der ökologischen Landbauverbände, wie Bioland, Demeter oder Naturland wirtschaften. Darunter sind 40 Baumschulen, 25 Staudengärtnereien, 35 Zierpflanzenbetriebe (Beet- und Balkonpflanzen und Schnittblumen) und ca. 30 sonstige Gartenbaubetriebe.

Besondere Kennzeichen dieser Pflanzen

Der biologische Anbau legt besonderen Wert auf die Bodenfruchtbarkeit. Der Boden und nicht die Gehölze werden gedüngt. Organische Düngung sorgt für eine gleichmäßige und bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Gehölze. Das angestrebte biologische Gleichgewicht in der Baumschule härtet die Pflanzen schon während der Anzucht ab. Sie sind deshalb besonders vital und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Auch im Garten der Verbraucher brauchen sie so nur sanfte natürliche Pflegemittel, um prächtig weiter zu wachsen. Chemische Pflanzenschutzmittel im Hausgarten werden überflüssig.

Grundsortiment

Vorrätig ist in beiden Gartencentern ein Paket alter Obstsorten mit besonders robusten und widerstandsfähigen Sorten wie „Kaiser Wilhelm“, „Rheinischer Bohnapfel“, Holsteiner Cox oder Finkenwerder Herbstprinz". Viele der alten Sorten wachsen im Hausgarten ohne großen Aufwand und können frisch gegessen oder in der Küche verarbeitet werden.  So manche Kindheitserinnerung wird wiederkehren, wenn das ursprüngliche Aroma eines „Gravensteiners“ oder eines „James Grieve“ in der Ertragsphase des Baumes erlebt und genossen wird. Ergänzt wird dieses Paket durch einige interessante resistente Neuheiten wie „Topaz“, die im ökologischen Anbau zu den neuen Hauptmarktsorten gehören werden. Dazu wird eine Palette ökologisch erzeugter Kräuter angeboten, die mit ihrem unverfälschten Geschmack jedes Küchengericht aufwerten.

 
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